Gemeinde Dintikon

Gemeinsam für einwandfreies Trinkwasser im Kanton Aargau

05.11.2020

Am 19. Oktober 2020 fand der zweite "Runde Tisch Chlorothalonil" statt, an dem die aktuelle Situation der Rückstände im Aargauer Trinkwasser besprochen wurde.

Die Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wasserversorgungen, landwirtschaftlichen Verbände und zuständigen kantonalen Fachstellen haben sich am 19. Oktober 2020 zum zweiten Runden Tisch Chlorothalonil getroffen. Dieser wurde Ende 2019 initiiert und hat zum Ziel, gemeinsam Massnahmen zur Reduktion der Chlorothalonil-Rückstände im Aargauer Trinkwasser zu erarbeiten. Seit Dezember 2019 gilt für die Abbauprodukte von Chlorothalonil in Trinkwasser ein vorsorglich festgelegter Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Der Einsatz von Chlorothalonil wurde per 1. Januar 2020 schweizweit verboten.

Anhand einer Berichterstattung verschafften sich die Teilnehmenden einen Überblick über die getroffenen und geplanten Massnahmen der verschiedenen Fachbereiche. Der Bericht des Amts für Verbraucherschutz (AVS) beinhaltete Auswertungen der diesjährigen Stichproben-Untersuchung von Trinkwasser aus den 20 grössten Aargauer Wasserversorgungen. Diese zeigt, dass Abbauprodukte von Chlorothalonil im Aargauer Trinkwasser weit verbreitet sind. 65 Prozent der untersuchten Trinkwasserversorgungen weisen eine Höchstwertüberschreitung auf. Alle Überschreitungen betreffen das Chlorothalonil-Abbauprodukt R471811. Auf der Basis von toxikologischen Studien zu R471811 ist keine krebserregende oder erbgutschädigende Wirkung des Trinkwassers zu befürchten. Das Trinkwasser ist deshalb in den betroffenen Gemeinden sowie in allen weiteren Aargauer Gemeinden nach wie vor ein sicheres Lebensmittel, das sich uneingeschränkt zum Trinken und für die Lebensmittelherstellung eignet.

Gemeinden, die von einer Höchstwertüberschreitung betroffen sind, müssen Massnahmen für eine Verbesserung der Trinkwasserqualität treffen, sofern sie mit angemessenem Aufwand umsetzbar sind. Aufgrund der grossräumigen Verbreitung der Chlorothalonil-Abbauprodukte in den Aargauer Trinkwasserressourcen wird es nicht gelingen, die Höchstwertüberschreitungen innert zwei Jahren in allen Gemeinden zu beseitigen. Diesem Umstand trägt die überarbeitete Weisung vom 14. September 2020 des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Rechnung. Sie ermöglicht es den Kantonen, Massnahmen zur Behebung des Qualitätsproblems differenziert und in begründeten Fällen mit längeren Fristen zu verlangen.

Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass Pflanzenschutzmittel-Rückstände zukünftig in erster Linie über eine Verschärfung des Zulassungsverfahrens zu vermeiden sind. Substanzen, die zu Rückständen von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser führen können, sollen keine Zulassung mehr erhalten; eine Forderung, die auf Bundesebene im Rahmen einer parlamentarischen Initiative bereits aufgenommen wurde.

Die Chlorothalonil-Problematik brachte Vertreter der verschiedenen Anspruchsgruppen betreffend Trinkwassergewinnung, -nutzung und -überwachung an den kantonalen Runden Tisch. Der Dialog über die langfristige Sicherstellung dieses kostbaren Guts in ausreichender Menge und Qualität soll fortgesetzt werden. Es zeigt sich, dass die Trinkwassergewinnung und -verteilung zunehmend einer Koordination über die Gemeindegrenze hinaus bedarf. Entsprechend laufen Bestrebungen für eine regionale Zusammenarbeit der kommunalen Wasserversorgungen. Lösungsansätze dazu sollen an einem nächsten Runden Tisch im Frühjahr 2021 diskutiert werden.

 

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